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Baroque Surround
„Der ganze Raum erfüllt mit himmlischem Klang“.
Auf vielen Renaissance-und Barockgemälden findet man ganze Engels- orchester, die wohlgeordnet nach Instrumental-und Sängergruppen von verschiedenen
Himmelsemporen herab musizieren. Enstanden ist die Tradition des mehrchörigen Musizierens, das Einbeziehen des gesamten Raumes für die Musik, in den großen Kathedralen Norditaliens im ausgehenden 15. und beginnenden
16. Jahrhundert.
Der schnelle Wechsel und das ineinandergreifende Musizieren der verschiedenen Chöre bringen eine erzählende und bildhafte Dramatik in das
Musikgeschehen, vergleichbar mit der Aktion auf Opern-und Theaterbühnen. Der Idee des „theatro musicale“ folgend, sind auf die einzelnen musikalischen Chöre, je nach Besetzung und Klangmöglich- keiten
unterschiedliche dramaturgische Aufgaben verteilt.
Durch das geordnete Zusammenwirken der verschieden im Raum postionierten Klangquellen entsteht ein mehrdimensionales, prächtiges Musikgemälde, das
nicht nur durch die unterschiedlichen Farben der Instrumente und Stimmen wirkt, sondern für den Zuhörer zum wahrhaft vollkommenen Begreifen von Raum, Zeit und Musik führt.
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